Kolibris, Hummeln und der Datenschutz



22. April 2019: Leben und leben lassen.


Der Datenschutz ist etwas ganz persönliches. Um diesen sollte man sich ganz alleine kümmern. Ich habe mir vorgenommen weniger Selfies* zu machen und auch seltener welche zu verschicken, oder zu posten**
Wie paradox das doch ist: Poste ich doch Selfies auf meinem Blog. Noch paradoxer ist die Tatsache, dass ich nur geringfügigen Einfluss auf das habe, was bereits unkontrolliert im Netz von mir kursiert.
Datensätze meiner Person flattern in diesem Augenblick durch die Weiten des Internets. Beängstigend und wunderschön zu gleich, wie der Flügelschlag eines Kolibris und die zeitlosen Bewegungen einer Hummel.
Was ist daran wirklich beängstigend? Der Kontrollverlust?

Aber wenn ich mir meine Fotos ansehe – und das tue ich hin und wieder gerne – erkenne ich mich manchmal nicht. In jedem einzelnen Foto scheine ich eine andere Persönlichkeit auszustrahlen. So empfinde ich es zumindest.
Wenn ich genauer überlege, sind die Bilder eine Zusammenfassung meiner emotionalen Lagen, an den jeweiligen Tagen, als sie aufgenommen wurden. Kann ich dann behaupten, dass dieses digitale Selbstbild meiner alltäglichen Realität entspricht?
Nein – aber sie können durchaus Eindrücke von mir entstehen lassen und das ist der eigentliche Kontrollverlust.

Ich bin gespannt, ob mein digitales Selbst eines Tages kongruent zu mir ist.

Datenschutz hin oder her – ich expandiere, sozusagen.

Ob ich will oder nicht.

 

* Meist digitales Selbstbildnis
**Auf digitale und soziale Netzwerke Beiträge veröffentlichen

(Unterschied zwischen “öffentliche” und “private” Beiträge:
Öffentliche Beiträge können von allen Nutzern eines Sozialen Netzwerkes eingesehen werden.
Private Beiträge können nur von befreundete Nutzern eines digitalen, sozialen Netzwerkes, sowie von deren Betreibern eingesehen werden).

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